Mit dem Hund aus dem Haus

Hund und Erziehung – das passt eigentlich relativ gut zusammen. Ein Hund lässt sich meist einfacher erziehen als eine Katze, da es schon allein in der Natur des Hundes liegt, zu folgen. Ein Hund übernimmt ungern selbst Verantwortung und wird schnell unsicher, wenn er das Gefühl hat, sein menschlicher Begleiter hätte nicht alles im Griff. Ergebnis: ein pöbelnder Hund. Es werden andere Hunde angekläfft, im allerschlimmsten Fall auch Fahrräder, Skateboard- oder Rollschuhfahrer, Kinderwägen usw. Es soll auch Hunde geben, die jedes vorbeifahrende Auto anbellen. Herzlichen Glückwunsch, dann kann man nur hoffen, dass die Besitzer auf dem Land wohnen oder auf’s Land ziehen, wo wenig Verkehr herrscht.

Generell gilt: bitte erziehen Sie Ihren Hund! Ich als ehemalige Hundebesitzerin fand und finde nichts schlimmer, als wenn mir ein großer unangeleinter Hund entgegen kommt, der (worst case) eine Beißerei mit meinem Hund anfängt und ein Frauchen / Herrchen, das mit gelangweilter Stimme von der anderen Straßenseite seinen Vierbeiner abruft (funktioniert bei solchen Leuten fast nie) und mir dann mitteilt „der macht nichts“ oder auch ein Klassiker „das machen die schon unter sich aus“. Niemand kann für sein Tier die Hand ins Feuer legen! Hunde und Katzen sind die ältesten Begleiter des Menschen; und während der Mensch seine Behaarung größtenteils abgeworfen und sich aufgerichtet hat, haben sich weder Hunde noch Katzen großartig verändert und das aus gutem Grund. Vermenschlichen Sie Ihren Hund nicht. Ein Hund ist kein Kind, das auf ein späteres eigenständiges Leben vorbereitet werden muss. Einen Hund müssen Sie –  dem Hund, Ihrer Selbst und Ihrer Umgebung zuliebe – erziehen. Und immer weiter bzw. immer wieder erziehen.

Es gibt auch genügend Leute auf der Straße, die einfach Angst vor Hunden haben. Diese Leute gehören NICHT dazu gezwungen, sich mit Ihrem Tier auseinander zu setzen! Bitte leinen Sie also Ihren Hund an, zumal, wenn er sehr groß ist. Gut, auf dem Feld oder im Wald können Sie Ihren Tieren Freilauf gewähren (WENN sie hören). Aber in der Stadt (besonders in den vollen Innestädten) können Sie nicht erwarten, dass jeder Ihre Liebe zu den pelzigen Genossen teilt.

Leute, die ignorant allen Mitmenschen Ihre Tiere aufzwingen, indem sie sie nicht anleinen, an allem schnuppern lassen und sie ihr Geschäft überall verrichten lassen, ohne es später zu beseitigen, tragen dazu bei, dass es immer mehr Tierhasser gibt! Das ist ein Fakt, den man als Tierliebhaber nicht ignorieren darf! Denn Tierhasser werden immer radikaler, verteilen Giftköder oder gehen auf die Tiere los. Und ein Tier kann nichts dafür, wenn sich sein Besitzer verantwortungslos verhält! Aber die Tiere (und meist erwischt es Tiere von überaus verantwortungsbewussten Menschen, die sich nichts dergleichen zuschulden kommen lassen) liegen nachher unter Schmerzen beim Tierarzt, verenden kläglich auf dem Weg dorthin oder auf dem Tisch des Arztes, weil sie mit Glassplittern, Reißnägeln oder Schneckengift befüllte Köder gefressen haben, die jemand ausgelegt hat, der sich über seinen mit Hundekot übersäten Vorgarten oder seine von Urin zersetzte Hauswand ärgert. Oder einfach über die Tatsache, dass er nicht unbehelligt über die Straße laufen kann, weil ihn der unangeleinte Hund vom Nachbarn immer wieder bedrängt.

Bitte verhalten Sie sich also verantwortungsbewusst! Lassen Sie Ihren Hund nicht überall hinmachen, räumen sie ihm hinterher und leinen Sie ihn an. Tragen Sie nicht zum Leid und Tod unschuldiger Tiere bei, weil Sie keine Lust haben, Zeit zu investieren oder sich zu bemühen. Wer das nicht möchte, sollte sich kein Tier anschaffen!

Wenn Ihnen Tierliebhaber auf der Straße begegnen, werden Sie es sehr schnell merken. Dann kann Ihr Hund auch gerne schnuppern gehen, sich ein paar Streicheleinheiten abholen oder ähnliches. Aber respektieren Sie bitte auch die Mitmenschen, die für Tiere nicht so viel übrig haben.

Und auch Begegnungen mit anderen Vierbeinern laufen deutlich angenehmer ab, wenn beide Hunde gut erzogen sind und auf den Besitzer hören. Es passiert einfach viel weniger. Und macht das gesellschaftliche Leben dadurch einfacher.

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